vonSchwerin:Friedrich Julius von Schwerin (* 1699)

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Wappen vonSchwerin2.png
FamilienWIKI - Familie von Schwerin


Portrait auf Stein gez. v. Adolph Burger
Die Randzeichnung entw. und auf Stein gez. v. Ludwig Burger


Friedrich Julius von Schwerin

Friedrich Julius von Schwerin (* 6. Juni 1699 in Ramelow, † 11. Mai 1747 in Neisse) heiratete am 22. November 1730 Elisabeth Wilhelmine von Wulffen (* 19. November 1714, † )

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

in der Preussischen Armee zum Unterschiede von seinem Bruder vonSchwerin:Philipp Bogislav von Schwerin (* 1700)Philipp Bogislav nach der Farbe seiner Haare der blonde Schwerin genannt, geboren zu Ramelow in Meklenburg-Strelitz 6. Juni 1699, trat als Fähnrich mit Patent vom 2. Mai 1716 in Meklenburgische Dienste unter das Infanterie-Regiment des Obersten Curd Christoph von Schwerin, des nachmaligen berühmten Preussischen Feldmarschalls; 1720 nach dem Stockholmer Frieden, in welchem Vorpommern an Preussen fiel, trat auch er - wie der oben gedachte spätere Feldmarschall — in Preussische Dienste über, und zwar finden wir ihn im März 1720 als Fähnrich bei dem Infanterie-Regiment Prinz Georg von Hessen-Cassel;[1] doch scheint er noch im selben Jahr zum Regiment No. 24 von Schwendy nach Frankfurt a./0. versetzt zu sein, welches 1723 den mehr erwähnten späteren Feldmarschall Schwerin zum Chef erhielt. Im März 1722 stand Friedrich Julius als Lieutenant bei der 6. Kompagnie jenes Regiments[2] und bereits 1724 war er Capitain daselbst.[3] Während der nun folgenden Jahre finden wir ihn vorzüglich thätig bei den Werbungen langer Kerle,[4] auf deren Einstellung in die Regimenter König Friedrich Wilhelm I bekannter Weise so besonderen Werth legte. Zu diesem Zwecke begab sich Friedrich Julius verschiedentlich selbst auf die Reise und verwendete darauf sogar oft eigene Mittel in grösseren Summen. So warb er 1726 in Frankfurt am Main und brachte von dort einen Flügelmann für 700 Reichsgulden und noch zwei andere im vordersten Gliede für 500 Reichsgulden; 1731 kostete ihm ein Flügelmann von 6 Fuss 11/2 Zoll 730 Reichsthaler, zwei andere Rekruten musste er erst durch Prozess erstreiten, was ihm über 741 Thaler kostete. 1734 war er in Croatien an der Ungarischen Grenze und warb drei schöne Kerls im ersten Gliede an, welche über 1000 Thaler kosteten und doch liefen zwei davon aus der Garnison Buckow wieder weg, ohne dass der König sie einmal gesehen hatte — war es also ein gar grosser Schaden, zeichnet Friedrich Julius selbst auf; dagegen nahm 1736 bei der Revue der König einen von ihm in Böhmen geworbenen Flügelmann zu der Riesen-Garde nach Potsdam und zahlte ihm 1160 Thaler dafür, mit welchem Gelde aber sogleich neue Werbungen in Frankfurt a./M. angestellt wurden. In demselben Jahr wurden auch 300 Eichen, welche Friedrich Julius von seinen Gütern für 800 Thaler nach Stettin verkaufte, in lange Rekruten verwandelt, und aus dem Reiche wurden drei schöne Kerle für 1000 Thaler angeworben, welcher Preis aber für ihre Schönheit und Grösse billig war; 1737 warb er einen unvergleichlichen Flügelmann aus Dijon, 6 Fuss 21/4 Zoll Rheinländisch, bar fuss gemessen, dabei zum Malen schön, der über 3680 Thaler kostete und welchen daher der König 1738 bei der Revue nach Potsdam nahm.

In Anerkennung seiner Verdienste um die Werbung erhielt er vom König Friedrich Wilhelm I fortgesetzte Gnadenbeweise. So setzte ihm der König 1738 eine jährliche Pension von 500 Thalern aus der Staatskasse aus, verlieh ihm 24. October 1739 die Amtshauptmannschaft zu Saatzig,[5] beförderte ihn zum Major, verlieh ihm am 4. Mai 1740 die Amtshauptmannschaften zu Dreyleben und Sommerschenburg, welche jährlich 500 Thaler eintrugen,[6] und schenkte ihm endlich auch noch zwei Juden-Privilegien, welche Friedrich Julius in Frankfurt a./M. für 650 Thaler verkaufte. Bald darauf (am 31. Mai 1740) starb Friedrich Wilhelm I. Mit der Thronbesteigung seines grossen Nachfolgers hatte die Werbenoth ihr Ende; statt dessen nahmen bald ernste Kriegsereignisse die Thätigkeit in Anspruch. Mit seinem Regiment marschirte auch Friedrich Julius am 7. December 1740 aus seiner Garnison Frankfurt a./O. zur Besetzung Schlesiens ab, nahm an der Erstürmung von Ottmachau und am 10. April 1741 an der Schlacht bei Mollwitz Theil, und führte mit grossem Geschick die Verhandlungen, welche die Uebergabe von Brieg zur Folge hatten. In Anerkennung für die letztgedachten Dienste verlieh ihm König Friedrich der Grosse den Orden pour le mérite, ernannte ihn zum Kommandanten von Frankfurt a.0.,[7] gab ihm eine Pension von 300 Thalern aus der Hofstaats-Kasse und schenkte ihm endlich auch eine der grossen goldenen Medaillen, welche er auf die Huldigung in Schlesien hatte prägen lassen. Friedrich Julius nahm darauf noch Theil an der Vertreibung der Oesterreicher aus Troppau und an der Einnahme von Ollmütz und war dann 1742 auf längere Zeit mit seinem Bataillon zur Bedeckung des Königlichen Hauptquartiers kommandirt. In der Schlacht bei Chotusitz (17. Mai 1742) vertheidigte er mit seinem Bataillon das hart bedrängte Dorf Chotusitz so heldemnüthig, dass ihn der König nach erfochtenem Siege sogleich züm Oberst ernannte und ihm ein Regiment versprach. Schon 1743 wurde er Chef des neu errichteten Füsilier-Regiments, No. 32, welches seinen Namen führte,[8] und an dessen Spitze er den zweiten Schlesischen Krieg, 1744 und 45, mitmachte.[9] Noch während dieses Feldzuges ward er im November 1745 zum Generalmajor befördert und später zum Kommandanten von Neisse ernannt. An letztgedachten Orte stand sein Regiment in Garnison und dort starb er auch, kurz vor Vollendung seines 48. Lebensjahres, am 11. Mai 1747, und ward am 18. Mai in der Hauptkirche zu Brieg beigesetzt.

Neben seiner bedeutenden militärischen Thätigkeit hatte er doch stets auch besondere Sorgfalt seiner Begüterung zugewendet. Die vom Vater ererbten Lantzkronschen Güter: Lantzkron, Rehberg, Janow, Neuendorff und Bartow, hatte er in Folge eines Vergleiches mit seinen Brüdern vom 4. August 1725 - bis wohin sie von der Mutter verwaltet waren - übernommen;[10] seine Unterthanen hatten ihm am 7. Febbruar 1726 den Eid der Treue und Unterthänigkeit geschworen, und er war eifrig bemüht gewesen, den Werth seines Besitzes zu lieben, indem er neue Strecken urbar machte und viele nothwendige Bauten ausführte.[11] Noch kurz vor Ausbruch des Krieges hatte er 1740 das Wohnhaus in Rehberg gänzlich umgebaut.

Die Belehnung mit den väterlichen Lehen in Pommern erhielt er, zugleich mit seinen Brüdern 1715, 1723 und 1741;[12] die Mitbelehnung von Wopersnow und Lieps ward ihm bereits 1713 ertheilt.[13]

Seit 16. August 1731 war er Ritter des Johanniter-Ordens.

Vermält hatte er sich am 22. November 1730 mit Elisabeth Wilhelmine von Wulffen, Tochter des Preuss. Oberstlieutenants Balthasar Dettlof von Wulffen und der Eva Luise geb. von Beerfelde a.d.H. Lossow. Sie war 19. November 1714 geboren und überlebte ihren Gemal, dessen Bildniss sich nebst dem ihrigen in Janow befindet.

Das Militärische Pantheon[14] enthält eine kurze Biographie des Generals.

Eltern

  • Philipp Julius von Schwerin (* 7.10.1662 in Ihlenfeld, † 1./12.12.1712 in Ramelow)
  • Esther Eleonore von Borcke (* 16.11.1673 in Hagen, † 20.5.1730 in Rehberg)

Kinder

  1. Balthasar Friedrich Julius von Schwerin
  2. Christoph Wilhelm von Schwerin
  3. Hans-Bogislav von Schwerin
  4. Carl Gustav von Schwerin
  5. Philipp Adolph von Schwerin

Geschwister

  1. Philipp Bogislav von Schwerin (* 31.5.1700 in Rehberg, † 28.10.1751 in Berlin)
  2. Carl Otto von Schwerin (* 17.4.1702 in Rehberg, † 1712)
  3. Jürgen Christoph von Schwerin (* 12.12.1703 in Rehberg, † 4.5.1754)
  4. Sophie Eleonore von Schwerin (* 13.4.1706 in Rehberg, † 16.7.1769)
  5. Anna Dorothea von Schwerin (* 1.9.1709 in Rehberg)
  6. Philippine Juliane von Schwerin (* 1713)

Halbgeschwister

  1. Gertrud Dorothea von Schwerin (* 5.1.1689, † 5.3.1712 in Rostock)

Literatur

  • Dr. L. Gollmert, Wilhelm Grafen von Schwerin und Leonhard Grafen von Schwerin: Geschichte des Geschlechts von Schwerin. Wilhelm Gronau's Buchdruckerei, Berlin 1878

Einzelnachweise

  1. Regt. No. 10. (1806: Regt. v. Wedell.) - Nach dem März 1720 findet er sich nicht mehr in den Listen dieses Regiments. Königs Mscpt. boruss. auf der Königl. Bibliothek zu Berlin.
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